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| Antitainment - Nach der Kippe Pogo!? - LP (zeit013) |  |
| Beatpunk Webzine | | Die grandiose Hammerhead-DVD endet mit der Feststellung »wer aussieht wie ein Elternteil von sich, kann kein Punk sein«. Der formale Faktor »Mutti« tritt allerdings in den Hintergrund, führt man sich erst einmal vor die Adleraugen, dass der Lauf der Zeit einer/m selbst noch ganz andere Konventionen auferlegt hat, die bedenklich nah am Verhalten der Masse gastieren. Je öfter man sich dabei ertappt, mit dem allgemeinen common sense zu sympathisieren, desto unausweichlicher wird auch der Weg hin zum Abonnement der örtlichen Tageszeitung oder dem verständnisvollen Bezahlen der GEZ-Gebühren. Da ist es nur zeitgemäß sich selbst ab und zu das Misstrauen auszusprechen. Denn jede/r kennt die Abkommen der allgemeinen Übereinkunft, die bereits von Jugendzeiten her herrschen und vielleicht für immer unangefochten bleiben. Z.B.: Wer mag Klugscheißer? Niemand, natürlich. Die Besatzung der Frankfurter Boygroup Antitainment übernimmt diese Rolle trotzdem und trifft mit exzellent formulierten Beobachtungen so dermaßen ins Schwarze, dass viele nach dieser Platte beschließen werden, sich zukünftig nur noch traurige Tattoos stechen zu lassen. Die Texte sind eine herzensehrliche Aufräumaktion im Assoziationshaushalt der NormalocorelerInnen, wobei fraglich ist, ob die dranhängende Szene so viel Ironie überhaupt aushält. Denn Humor ist im Hardcore weit weniger üblich, als die bunten Käppis und Pullover der Protagonisten es manchmal suggerieren, besonders dann, wenn Mackertum oder tradierten Konzertritualen der Spiegel vorgehalten wird. Darauf, daß die Ansammlung von mehrheitlich jungen Männern irgendwann ihre eigene Spießbürgerlichkeit erkennt, braucht man nicht warten. Ebenso gut kann man in den Wind spucken. Besser aber noch ist es Antitainment zu hören, denn die sind die sympathischen Nestbeschmutzer dieser kleinen subkulturellen Lebenswelt und deshalb viel besser als deine Band. Nicht weil sie das sowieso nicht zuhörende Publikum mit erhobenem Zeigefinger von den gesellschaftlichen Zusammenhängen zwischen Überbau und Unterschicht belehren wollen, sondern wegen ihres ausgestreckten Mittelfingers, der gar nicht erst versucht über die ausbleibende Befreiung hinweg zu lügen, sind Antitainment die Knackärsche der Kritik. So wichtig wie ein kleines Steak. Dennis. | | www.beatpunk.org |  |  |  | | Waste Of Mind Ezine | | Antitainment sind zurück. Besser denn je, kreativ wie immer. Erwarten konnte man nach den letzten Alben ja schon einiges und was für Ideen die Band hat, sollte nicht erst seit dem wohl mittlerweile legendären Video zu "Autonom" klar sein. Und nun: Der Spaß fängt schon beim viel sagenden Titel "Nach der Kippe Pogo?!" an, geht über das Artwork (jetzt ist endlich klar, was hinter der Ankündigung "es wird Menschen in Tierkostümen geben" steckte) und dann: "Hallo, wir sind jetzt da!" - Antitainment starten ihre knappe halbe Stunde Alternativ-Unterhaltung. Antitainment, das heißt Atom and his Package trifft auf Turbostaat und jede Menge ungewöhnlicher Einfälle. Hardcore, Punk, Elektrogepiepse und die deutschen Texte, die Sänger Tobi im charismatischen Sprechgesang raushaut. Der Opener "Sechstagewoche-Gummimann" macht eigentlich schon alles klar: Text mit Aussage und Musik bei der man nicht still sitzen bleiben kann. "Waterride the Lightning" ist die Hymne für den von der Band betriebenen Wasserrutschsport, "True 'till bored to death" nimmt einfallslosen Hardcore auf die Schippe, "Subkultur brought to you by Sparkasse Hanau" die Kommerzialisierung eines alternativen Images und in "Die Metal-Mosh-Maschine" bekommen wir noch beigebracht, wie ein Song heute aufgebaut sein muss, damit er zündet. Antitainment bleiben Exoten, die ihr Ding durchziehen. Musikalisch immer auf der richtigen Seite, tun die scharfsinnigen Texte ein Übriges. Definitiv eine der ungewöhnlichsten Bands derzeit, die mit dieser Platte den Status des Geheimtipps hinter sich lassen sollte. Einfach genial. Julius Stiebert 9/10 | | www.wasteofmind.de |  |  |  | | Allschools Ezine | | Ich hab nicht drauf gewartet, aber ANTITAINMENT haben die Erwartungen erfüllt, die man in so viele andere Releases dieses Jahr gesetzt hat. In Pixiebuch Optik und mit einer infektiösen musikalischen Spontaneität ausgestattet lässt man eine Fußballmannschaft an Songs antreten die das Außenseitertum frönt. Musikalisch bedeutet dies nichts Geringeres als eine fulminante Mischung aus HORSE THE BAND und TURBOSTAAT. Fiepsende 8 Bit Klänge treffen auf schrammeligen Punkrock und arschtretenden Hardcore mit deutschsprachigen Lyrics und jeder Menge hübschen Phrasen für die Schultoilette. Das "gut aussehen" nur "etwas für Poserdeppen" ist hat so manch einer vermutlich schon geahnt, aber bei ANTITAINMENT lernt man sogar etwas über den perfekten Moment eines Moshparts und erhält somit ebenfalls Nachhilfe in fröhlicher Musiktheorie. Das Ganze wirkt keinesfalls künstlich bemüht, sondern der gute alte Gameboy feiert eine ausgelassene Party mit erhobenem Zeigefinger und abgewetzten Tanzschühchen. "Nach der Kippe Pogo!?" bedeutet Unterhaltung pur und eine verdammt gute Zeit. Mehr davon, bitte! Torben (9/10) | | www.allschools.de |  |  |  | | Poisonfree | | While the name predicts something different, this band is in fact entertaining big time. While also delivering some food for the brain through their charming and well thought out German lyrics, the music is a funny compound of so many ideas and elements that it remains hard to describe. It is for sure not to be taken too serious, but rocks seriously. Sounds like a contradiction? Not really... The music consists of a funny mixture that takes elements from hardcore and punk and emo, throws them into a blender, adds a lot of nice ideas, samples and first and foremost: a keyboard, and out comes this. Think of parts of Kurhaus, Dackelblut, Horse the Band and more to get a vague picture. Out comes a quite chaotic but fresh mix of almost everything, plus some diverse and unique songwriting as well. Often, the keyboards rip a song apart in the funniest moments, and often enough, the keyboards are shut quiet with a burst of anger from the guitars and drums. Another element that needs to be mentioned are the lyrics: Themes from everyday life, scene gossip, social issues or just partly absurd little thoughts and quotes are packed into sung and screamed lyrics, all quite charming, humouresque and antitain... errr entertaining - but also and often enough with a serious background. Many issues are touched that deserve further thoughts, and the balance between fun and sincerity is kept very well on here. The vocals itself fit perfectly into this mix, lie somewhere between Loxiran and Turbostaat with their semi-sung and party screamed style, and are supported by a nice choir. Although a quite hard to describe, this is a nice, unique and totally fresh release with something for the laughs, for the head and for the feet. Well done. | | www.poisonfree.com |  |  |  | | Helldriver Magazine | | Was ist denn hier los? Antitainment liefern mit ihrem zweiten Album eine ziemlich verrückte Platte. Eine bizarre Mixtur aus Elektro-Pop, Post-Hardcore und Deutschpunk sowie latenten metallischen Sprengsel springt dem Hörer hier ins Gesicht. Turbulente Beats treffen auf thrashige Elektro/Keyboardsounds und ergeben mit avantgardistisch anmutenden deutschen Texten einen sehr wilden und unberechenbaren Sound. Grenzen kennt die Truppe hierbei kaum und so finden sich auch mal Blastbeats und fiese Grunts im Sound wieder. Langeweile kommt hier garantiert nicht auf. Die Info redet von den "deutschen Locust" oder "Slayer des Deutschpunks", beides trifft keinesfalls den Nagel auf den Kopf steht aber stellvertretend für die scheinbar grenzenlose Kreativität der Jungs sowie das Unvermögen den Sound treffend in eine Schublade stecken zu können. Weiterhin ist dem Album deutlich die enorme Spielfreude der Jungs anzuhören und die sarkastischen Texte sorgen auch beim Hörer für reichliches Schmunzeln. Songtitel wie "Subkultur brought to you by Sparkasse" oder "Die Ozonlöcher in den Köpfen" geben einen Anhaltspunkt was hier geboten wird. Man muss sich sicherlich zu Beginn erstmal mit der Band anfreunden um dem Album etwas abgewinnen zu können. Lässt man sich jedoch drauf ein wird man mit einem Haufen Spaß und coolen Songs belohnt. Mit "Unkonkret vs Wahllos" ist sogar ein kleiner Hit auf der Platte. Endlich traut sicher wieder jemand was. (rg) | | www.helldriver-magazine.de |  |  |  | | Useless Fanzine | | Endlich!!! Beziehungsweise eigentlich "schon" wieder eine neue CD von ANTITAINMENT. Das Zweitwerk knüpft nahtlos dort an, wo bereits der Vorgänger "Cooler Plattentitel" aufgehört hat. Und auch bei der zweiten Platte kommt keine Sekunde Langeweile, Routine oder gar Schubladen Feeling auf. Ganz im Gegenteil. Und das nicht nur wegen der wiedermal genialen Texten, die mit dem gewissen Biss und Zynismus diverse Szenerituale ausschlachten. Wobei das Ganze sicherlich auf eine Vielzahl von so genannter "Szenen" übertragbar ist. Ob jetzt Punkrock, Hardcore oder sonst was. Und ANTITAINMENT setzen Musikalisch neue Maßstäbe. Eigenständigkeit, die nicht zuletzt durch die genial kranke Orgel erzeugt wird, überrascht von der einen auf die andere Sekunde. Auf dem Sofa zurücklehnen und mit dem Fuss wippen ist nicht angesagt. Ein unbeschreibliches Mix, dass man nur durch "selbst hören" verstehen kann. Antitainment bewegen sich irgendwo zwischen Punk mit Hardcore- Elementen gepaart mit einem Haufen Metalklischees, die durch Verwurstung mit Orgel-Gameboy Melodien und Rap- Passagen zu etwas völlig eigenen, dennoch nicht krampfig wirkenden zusammenwachsen. Ein weiterer Pluspunkt ist das perfekte Zusammenspiel und bedienen der Instrumente. Ich habe echt Respekt von dieser "Frische" und Eigenständigkeit, die die Band mit sich bringt. Auch Live sind die Konzerte durchaus eine Reise wert. Das totale Chaos auf der Bühne. Sänger Tobi spielt Barfuss, der Orgelmann hüpft wie durchgedreht durch die Gegend, der Drummer trommelt an der Wand weiter, wenn die Tom-reihe zu Ende geht. Headbangen mit Rapeinlagen ist möglich, wie der Song "we are black metal rap" eindrucksvoll beweist. Songtitel wie "Subkultur brought to you by Sparkasse Hanau" oder "it aint no revolution, just because you can dance to it" oder Textzeilen wie "This is underground - weil sich unsäglich langweilig nicht so gut anhört..." sprechen genauso wie der Plattentitel: "nach der Kippe Pogo?!" für sich. 11 Songs gibt es sowohl im Digipak, als auch auf LP und die dürften mit Sicherheit nicht jedem gefallen. Sowohl musikalisch, als auch textlich. Für mich eine mehr als geniale Platte! Alle Daumen hoch! (Sept.07/Rene) | | www.useless-fanzine.de |  |  |  | | Whiskey Soda Magazine | | Um Antitainment zu beschreiben nutzen so manche PlattenkritikerInnen den nicht passenden Vergleich zu der amerikanischen Band, die den Begriff "Nintendocore" geprägt hat. Wo jedoch das musikalische Pferd seine Runden dreht, steht Antitainment regungslos im Stall. Denn die zum instrumentalen Teil gehörende 16Bit Orgel dient nur der Begleitung des Hardcore- Grindcore Mix und läuft meisten im Hintergrund mit. Dafür trumpfen Antitainment mit ihren Texten auf. Schon der erste Song "Sechstagewoche-Gummimann" bringt die Essenz des Albums "Nach der Kippe Pogo!?" auf den Punkt: Nicht beugen lassen, sonst "(…)klappt das vielleicht auch irgendwann, kommst mit den Zähnen an die Füße, verdienst dein Geld als Gummimann". Eines zeigt sich deutlich, die Texte stecken voller witzigen Metaphern.
Dabei kritisieren Antitainment alles, was ihnen unter die Finger kommt. Angefangen bei der männlich dominierten Hardcoreszene, in der die meisten noch denken, dass Hardcore etwas mit hart sein zu tun hat, bis hin zum Hochleben des kommerziellen Erfolgs der Subkultur - und das sind nur die drei Lieder. Auch eine gewollt geklaute Orgelmelodie vom Solokünstler "G- TUK" ("Da Jingle Boy") wird in den Song "we are (black) Metal- Rap" verwendet und auch dieser Song steckt voller Anspielungen auf die Metalszene. Antitainment legen ein neues Album vor, das sogar die Musikliebhaber überzeugen kann, die Angst vor deutschen Liedtexten haben. | | www.whiskey-soda.de |  |  |  | | Yellow Is The New Pink | | Antitainment are back. Weird as always. Awesome as always. All in all the new record is a consequent development of what they set in motion on “gymnasistik” and brought to full bloom on “cooler plattentitel”. In my eyes Antitainment are one of the most individualist hardcore bands worldwide. Their combination of break-intense hardcore songwriting with an organ as lead instrument and synthetic and other gimmicks every now and then is just a brilliant idea. Every song got its own personal note and many of them are hits. So what has changed? It’s mostly details. The vocals, the beats, the guitars and the synths just sound a whole lot better than on the previous releases. The record has a great sound and an awesome overall presence. And the some of the lyrics reach a whole new level. While there is still a lot of songs about stuff like water rides, scene and music and all that, songs like “sechsstagewoche gummimann” and “unkonkret vs. wahllos” got a totally radical political message behind their rather cryptic lyrics. And by the way both songs got awesome singalong parts. One of the most interesting hardcore records in months. Oh, and before I forget to give some side blows: Everyone who thinks this is less hardcore than let’s say Have Heart or Another Breath just read the lyrics of “true till bored to death”, a song whose idea and tag line have already been stolen by NeinNeinNein and are true as fuck! Antitainment = maximum humour combined with innovative music. Last words: the next one who compares this awesome band to crap like Horse The Band just because they both have synths (like they did on dosenmusik) risks losing his/her punk licence along with some teeth! Vinyl comes in stylo gatefold with extra liner notes sheet and the first hundred copies are in beautiful lilac vinyl. Coloured vinyl exclusively via Zeitstrafe. Be quick or pay too much on ebay! Jan | | www.yellowisthenewpink.com |  |  |  | | Dosenmusik Ezine | | Sie tun es wieder, Antitainment, die Gymnasiastencoreler mit ihrem ehemaligen Kurortkrust haben sich umgekrempelt und erfinden sich immer wieder neu. Jetzt sind sie Blackmetalrap, ihr Wimps! Aber um mal sachlich zu bleiben: Natürlich klingt Blackmetalrap ungefähr genau so, wie Kurortkrust, geändert hat sich also nichts, außer dass Antitainment halt eine reihe neuer wirrer Songs auf einem Tonträger gebannt haben, die nun beim Label Kidnap Music auf CD, bei Zeitstrafe auf Vinyl rauskommt und zumindest also CD also im Vertrieb von Cargo Records zu haben ist: Es geht voran und das ganz ohne "Coolen Plattentitel!". Aber was machen Antitainment auf "Nach Der Kippe Pogo!?". Sie nehmen alles und jeden - vor allem in Bezug auf Underground und Möchtegerns - auf die Schippe und machen das natürlich wieder mit so viel Witz, dass man ihnen nur gebannt zuhören kann. Wirr sind die Sounds und schwanken auch diesmal wieder zwischen Nintendo-Core im Stile von Horse The Band, zusammengeklebt mit Sprechparts (Rap? vielleicht), einer omnipräsenten Orgel, die mit den Gitarren irre Melodien anbietet, dazu Metalriffs und Punkitüde. Antitainment machen wieder mal Gymnasiastenkrach für das Proletariat und das ist gut so. Und in all dem Witz steckt auch diesmal wieder so viel Wahrheit, dass man nur zustimmend zum Wirren Takt mit dem Kopf nicken kann. Clever eigentlich - so bekommt man die Interessenten dazu, das Album zu kaufen und nicht nur runterzuladen: Die Texte spielen eine so große Rolle, dass man sie einfach lesen will und muss, um noch mehr Spaß zu haben bei der Musik. Läd man nur runter und versteht nur die hälfte der Texte, dann entgehen einem mindestens 50% der Genialität, die in den Wahnsinnigen steckt. Wer bei Antitainments "Nach der Kippe Pogo!?" nicht endgültig ein Grinsen auf dem Gesicht hat, der gehört wohl zum "echten Underground" und hatte bei der Release-Party nicht wie gefordert eine Jogginghose an. Was soll man also dazu sagen außer: das muss man gehört und gelesen haben - in vielen Ideen findet man sich wieder, kann zwischen den Zeilen lesen und freut sich, dass man nicht alleine auf der Welt ist mit schrägen Gedanken, die es auf den Punkt bringen und einen dabei Schmunzeln lassen. Kleingeist ist für Engstirner und diese Musik sicherlich für intelektuelle Punks und all die, die sich nicht mit dem zufrieden geben, was ihnen einfach so vor die Nase gesetzt wird. Irgendwie revolutionär mit dem einzigen kleinen Haken, dass das ganze Album Wahnsinn nach gut 25 Minuten schon wieder vorbei ist. | | www.dosenmusik.de |  |  |  | | Triggerfish | | Der Wahnsinn geht weiter. Ganz, ganz große Platte! Unbedingt kaufen! Damit ist bereits das Wichtigste gesagt. Wo ANTITAINMENT draufsteht ist Wahnsinn drin. Wer auf intelligenten, undogmatischen Punkrock steht, kommt an "Nach der Kippe Pogo!?" nicht vorbei. Alles was den Vorgänger "Cooler Plattentitel" auszeichnete, wird hier nochmals auf ein neues Level gehoben. ANTITAINMENT 2.0 quasi. Die Produktion ist druckvoller, das Cover im "Wo die wilden Kerle wohnen" Style sensationell, die Texte konsequent "anti alle andern", witzig aber durchdacht und die Musik ist sowieso jenseits von Gut und Böse. Es wird gerumpelt, geprügelt, gebreakt, georgelt, gesungen und geschrieen, dass es eine wahre Freude ist. Laut, krachig, hektisch. Einfach total durchgeknallt. Das Keyboard bekommt noch mehr Raum, um sich zu entfalten. Wenn es nicht gerade damit beschäftigt ist, käsige Billigbeats abzuspielen, fungiert es als Metalgitarre oder auch mal als Beerdigungsorgel. Die Songs sind erneut mit reichlich Singalongs gespickt, die sofort ins Ohr gehen, dort verharren und auf den kommenden Konzerten sicherlich eine Armee gestreckter Zeigefinger provozieren werden. ANTITAINMENT überzeugen nicht nur mit ihren zehn Eigenkompositionen, sondern auch mit "We Are (Black) Metal Rap", das sich bei "I Love Gangsta Rap" des Berliner Happy Hardcore Weirdos GTUK bedient. Abschließend möchte ich mich selbst zitieren: Ganz, ganz große Platte! Unbedingt kaufen! Dominik Singer | | www.triggerfish.de |  |  |  | | Get Addicted | | Das Imperium schlägt zurück! Antitainment holen mit „Nach der Kippe POGO!?“ zum Gegenschlag auf die dieser Tage ach so angesagte JBK-Kochshow-Mentalität aus. Friede, Freude, Himbeersorbet hat ab sofort ausgedient. Tim Mälzer kann sein eigenes Grab schaufeln und sich dann im Backofen vor laufender Kamera selbst rösten. Die Fiese-Asseln-Crew richtet das perfekte Punkrock-Dinner an und GETADDICTED vergibt die volle Punktzahl. Die Antwort auf die Frage, was noch möglich ist jenseits von Stagnation und Nichtsaussagentum, rotzen einem Antitainment in elffacher Ausführung um die Ohren. Jakob Hoddis hätte seine helle Freude an dem gebündelten Irrsinn. Hier gehen Pragmatismus und Subversion ein flammendes Bündnis ein. „Nach der Kippe POGO!?“ ist die schwingende Pfandflaschenversion eines Good Clean Fun-„Wir bedienen uns, wo wir wollen“-Albums. Selbst vor Freund und Kupferstecher G-Tuk wird kein Halt gemacht. Von dessen „I love Gangsta Rap“ inspiriert, schrauben Antitainment „We are black metal rap, ihr Wimps!“ zusammen und Emma Goldmans „If I can´t dance, I don´t want to be a a part of your revolution“ kommentieren sie mit „It ain´t no revolution, just because you can dance to it“. Dieser zweite Langspielstreich wächst wie eine versteckte Liane in der Super-Mario-Welt über den kollektiven Mittelmaßerguss selbsternannter Weltverbesserergruppen hinaus. Weit entfernt von trostlosem Toastbrot und Langeweile wird Unkonkretes und Wahlloses - verpackt in ein optisches Artwork, dass an selige Pixi-Bücher-Kindertage erinnert – zusammengebraut. Dünnschissgefahr ausgeschlossen. Stattdessen hat der Arsch Kirmes. Michael Blatt | | www.getaddicted.org |  |  |  | | Burn Your Ears Webzine | | Vor kurzem erst haben mir noch die EXCREMENTORY GRINDFUCKERS gezeigt, dass es in heimischen Landen durchaus Bands gibt, die gegen den Strom schwimmen und trotzdem eingängig und catchy sein können und dabei auf hohem Niveau sind. Aber was ANTITAINMENT hier abliefern, haut mich einfach nur noch um. Darum gibt es hier jetzt auch meine bisherige Höchstnote bei BurnYourEars: 9,7 Punkte! Auch wenn eigentlich so eine ,7 ziemlicher Blödsinn ist, habe ich die kleinen Abzüge gemacht, weil es drei Songs auf dem Album (im schicken DigiPack) gibt, die mich nicht zu 100% süchtig machen. Soviel Luft nach oben wollte ich mir selber lassen, falls eine Band mal so was schaffen sollte. Aber ansonsten kann ich der „fiese Asseln Crew“ nur eins vorwerfen: Die Platte ist zu kurz! Ich hätte gerne eine Doppel- ach was soll`s- eine Vierfachplatte davon. Sie sind unkonventionell, geistreich, technisch gut, bescheuert, haben was zu sagen und vollkommen eigenständig! Ihren Sound kann man trotzdem recht gut mit Bandvergleichen beschreiben. Allerdings kann man das Mischungsverhältnis nur begreifen, wenn man es mal gehört hat. Ich höre TURBOSTAAT, HORSE THE BAND, DACKELBLUT, ARSONISTS GET ALL THE GIRLS, Hardcore, Punk, Synthi, Chaos, Metal und alles zusammen ergibt eine sehr knappe halbe Stunde puren Wahnsinn!
Die Songs schlagen mehr Hacken als so manche Chaos-Death-Was-Auch-Immer-Core-Band und bewegen sich sehr gekonnt zwischen Punk, Hardcore, etwas Metal und verschiedenen Stilen, die sie auch in ihren Texten verarschen (BlackMetal, Rap, OldSchool Hardcore, Metal, Indi undundund).Und in genau diesen Texten kriegt so ziemlich alles und jeder sein Fett weg („True Til Bored To Death“ spricht mir in Hinsicht auf einen Bekannten aus der Seele!). Und wer zu so einem Rundumschlag ausholt, der sollte mal lieber auch sehr eigenständig sein, ansonsten ist es ja schnell mal peinlich. Und in Sachen Eigenständigkeit kenne ich kaum Bands die diesem Quartet das Wasser reichen könnten. Vor allem die Sounds, die sie elektronisch erzeugen reichen von HipHop über MURDER CITY DEVIL zu HORSE THE BAND, SCOOTER, Alleinunterhalter und KeyboardScreamo. In jedem einzelnen Song wird die elektronische Komponente absolut effektvoll eingearbeitet und auch wenn es natürlich ab und zu etwas cheesy klingt ist das sowohl beabsichtigt als auch berechtigt.
Soviel Unterhaltung habe ich selten vorgesetzt bekommen. Und obwohl die Texte (die so unübertrefflich schön falsch „gesungen“ bzw. geschrieen und erzählt werden) auf den ersten Blick lustig und wirsch klingen, steckt da ne Menge hinter. So ein bisschen wie bei den Simpsons, nur wie speziell auf Menschen zugeschnitten die in welcher Form auch immer musikalisch etwas mit der Silbe „Core“ anfangen können. Ok, sie machen sich so ziemlich in jeder einzelnen Szene unbeliebt, aber wer sein eigenes Genre macht, der braucht auch keine Peergroup. Außerdem kann man das Augenzwinkern ja auch in jeder Note hören – die nehmen sich da ja selber nicht so ernst (siehe "Subkulur Brought To You By Sparkasse Hanau"). Jetzt jede kleine Genialität aufzuzeigen wäre zuviel des Guten. Wenn man auf abgefahrene Mucke steht, die genauso wirsch wie poppig, so eingängig wie heavy ist, auf abgedrehte deutsche Texte mit einer Stimme zwischen TURBOSTAAT und Jens Rachut steht und wie gesagt seine Ohren nicht zutackert, wenn er „Core“ hört, der sollte unbedingt (!) ANTITAINMENT hören. Sehr, sehr geiles Ding! Schade, dass ich den Erstling der Band nicht kenne. Liebe Band, falls ihr das hier lest und eure erste Scheibe auch hier besprochen haben wollt, schicke ich euch gerne meine Adresse… Kai | | www.burnyourears.de |  |  |  |
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