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| Les Trucs - Schönen Grusz vom Getriebe - LP (zeit021) |  |
| Quickmatch Webzine | | Achtung! Achtung! Fiese Asseln! Audiolith? Nein, heute nicht. 17% Kunst, 23% Pseudokunst und 77% Unfug machen etwas mehr als 100% Elektro-Trash-Punk-Whatever und vermengt mit jeder Menge Zink wirkt das tatsächlich als Medizin für festgefahrene und gelangweilte Electro-Indie Strukturen, aber warum auch nicht! Dem aufmerksamen Hörer wird die wohl bekannte Stimme von Antitainment-Sänger Tobe auffallen und dadurch wird schnell klar, was hier eigentlich los ist. Das ganze Album wirkt eher wie eine musikalische Irrfahrt als eine Urlaubsreise. Oft wirken die Songs (gewollt) konzeptlos und vielleicht hätte John Cage vor Glück dabei geweint. Selbst bezeichnen sich LES TRUCS als 2-Mensch-Ding-Orchester und machen dabei teilweise richtig aggressiven Scheiß. Zunächst schien mir das ganze sehr hässlich und abstoßend und ich dachte „Dios Mio!“ - aber man findet erstaunlich schnell Zugang zu den an Videospielsoundtracks aus den 80er Jahren erinnernden Songs. Komplettiert wird das musikalische Pseudo-8-Bit Erlebnis mit schönsten Nonsenstexten, mit deren Interpretation der Hörer ganz allein im Wald stehen gelassen wird: „Meine Lieblingstiere sind Wal, Gorilla, Elefant, weil deren Projektionsflächen am größten sind“. Sehr interessant sind die ganzen kleinen Dinge, die in den Songs zu entdecken sind: der Titel „Rave De La Relation“ kann (ab Minute eins sogar sehr deutlich) mit Metal-Song-Strukturen auftrumpfen, schön! Leider fehlt jegliche Massenkompatibilität... was heißt leider. We came to destroy rock and roll, but all we ruined was our health. 10/12 Matto | | www.quickmatch.de |  |  |  | | Vice Magazine | | Ein liebevolles, interaktives CD-Case mit eingebautem Pappschieber? +1 Punkt! Band kommt aus Frankfurt, der Hauptstadt des Verbrechens? +2 Punkte! Beim Presseinfo einen Tippfehler in der myspace-Adresse? +3 Punkte! Beste Voraussetzungen für ein erstklassiges Album also, doch leider klingt es als hätte man das geisteskranke Unreal-Tournament-Kind von YouTube an einen C64 gesetzt. Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass bei derartigen Klangkrach-Experimenten die Schwelle zum Wahnsinn hin und wieder überschritten wird, aber Sorry Leute, ihr seid einfach nur bescheuert. Butch Müller | | www.viceland.com/germany |  |  |  | | Whiskey Soda Magazine | | Dort, wo die Stricknadel für die erste Masche angesetzt hat, wo die Erfindung des Feuers und des Rads den kausalen Verlauf der Geschichte bestimmt haben oder dort, wo zwei Menschen mit elektronischen Gerätschaften und zwei Mikrophonen das Getriebe der Menschheit vertonen, befinden sich Les Trucs. Bekannt sollte sein, dass es sich bei Tobi um den Sänger von Antitainment handelt und bei Charlotte um die Sängerin von The Latah Movement, die beide -die eine mehr, der andere weniger- in ihren 'Haupt'-Bands mit elektronischen Klängen vertreten sind. Mit 'Les Trucs' treffen sie sich in der Mitte und versuchen den nach Videospielhallen klingenden Sound mit kritischen und lustigen Texten zu bemalen.
Im Mittelpunkt steht dabei die sarkastische, kritische Art, die schon bei Antitainment für Euphorie gesorgt hat und so beinhalten Songs wie 'Probier Doch Mal Zink' oder 'Schrankmann' Wortspiele und Kritik. Letzterer zum Beispiel handelt von einem Menschen, der von der Welt verschwinden wollte, jedoch auf einen Zaubertrick hereinfiel und sich in der doppelten Wand eines Schranks wiederfand, was zeigt, dass es von der Erde kein Entkommen gibt. Les Trucs bedienen sich nicht nur ihrer Muttersprache, sondern versuchen sich auch mit englischen und französischen Texten oder lassen diese komplett weg, wie im 'instrumentalen' Song 'Irgendwas Mit Space', der durch den 8-Bit-Sounds an die pervers-bunten Anomalien eines Videospiels erinnert. Somit wird der eine oder andere Kritiker nicht um die Bezeichnung Nintendocore herumkommen, obwohl es sicherlich nicht Les Trucs‘ Absicht war, den Sound eines Konsolenspieles nachzueifern, denn mit einer Ausnahme gibt es keinen Song, der dem typischen Jumpbeat eines Partysongs verfallen ist. Vielmehr scheint es, als würden Les Trucs einen elektronischen Rocksound kreieren, der versucht wie eine Band zu klingen, dabei aber auf klassische Instrumente, wie Gitarre, Bass und Schlagzeug verzichtet. Es sind viel mehr die unterschiedlichen Keyboards, die in Verbindung mit den komischen Texten einen Beitrag zum aktuellen Hype um den Elektropunk leisten, der in den letzten Jahren, dank seiner einfachen und zerstörerischen Art immer mehr Anlehnung an den klassischen Punk findet. Lyord | | www.whiskey-soda.de |  |  |  | | Uncle Sally*s # 147 | | Für Super Nintendo-Kenner lässt sich die Musik von Les Trucs einfach wie folgt beschreiben: Les Trucs machen Musik mit Mario Paint und singen anschließend noch drüber - fertig. Für alle anderen hier die Erklärung: Mario Paint beinhaltet neben dem 16-Farben-Malkasten auch einen Musikeditor, der mit einer Handvoll billiger Sounds zum stundenlangen Musizieren einlädt. Seit der Veröffentlichung Anfang der Neunziger versuchen eine Handvoll Menschen mittels dieses Spiels die schnellsten, härtesten und beklopptesten – kurz - die besten Songs überhaupt zu komponieren. Les Trucs sind die unangefochtenen Meister in dieser Disziplin. Die elf Lieder auf "Schönen Gruss Vom Getriebe" übertreffen ohne Mühe die 8-Bit Soundtracks zu Spieleklassikern wie "Kirby's Dreamland" oder "Dr. Mario". Außerdem eignen sie im wahrsten Sinne des Wortes zum Abzappeln in der Disco. Sebastian Wirth | | www.sallys.net |  |  |  | | Rote Raupe Fanzine | | “We came to destroy rock and roll” lautet die erste Ansage, die einem entgegenschallt. Eine Wand von Stimmen, Stimmen einer Bewegung, die sich etwas Neues aufbauen wollen. Es geht um eine neue Szene, um eine Generation, die kaputtmacht und vielleicht selbst schon kaputt ist. Tatsächlich stehen zunächst nur zwei Menschen hinter dieser Bewegung – zusammen mit allerlei Gerätschaften bauen die beiden Elektrobastler von Les Trucs eine Trümmerlandschaft in ihrer Musik auf. Die Welt einer Maschine ist das, eines Getriebes, in der die einzelnen Teile ineinandergreifen, sich verzahnen, aufeinanderprallen, sich quietschend aneinanderreiben und zusammen in lärmendem Aufbrausen dieses Ganze bilden, dieses Große. Und ja, genauso schwillt die Musik immer wieder an und füllt den Raum, zeichnet den „Großflächenprojektor“ nach. Chaotisch kann das klingen, wenn all diese Elemente auftauchen, aber letztendlich gehört das alles zusammen zu den Klängen, zum Getriebe, zu der Generation. All die Dinge, die man gleichzeitig hört. Und darüber nervös schreiende Männer- und Frauenstimmen. Anstrengend wird es dennoch nicht, denn natürlich scheint die Sonne auch auf Trümmerfelder – aus dem Nichts kommen plötzlich Melodien, die einen mit ihrer Klarheit einnehmen und das Chaos überwinden, ohne dass der Blick für das Kaputte verschwindet. Dieses Kaputte führt sich zum Beispiel durch den perkussiv-abgehackten Charakter fort, der all diese Kanten und Ecken malt. Und eckig wirken auch die Inhalte; hier und da wird ausgeteilt und auch mal was kritisiert, aber tief wird nie geschnitten, es ist weniger da, als man vom Höreindruck glauben könnte. Man könnte sagen, all die Ideen seien nicht durchdacht und ausgereift – aber vielleicht ist das auch der Punkt an der Sache, denn es geht gerade nicht darum, zwangshaft etwas aussagen zu wollen. Vielmehr geht es um Ideenansätze und darum, als einzelnes Teil trotz alledem Spaß zu haben. Eckig, aber rhythmisch ansprechend. Kaputt, aber spielerisch. Der Idiot, der im Getriebe sitzt und singt. Les Trucs fangen eine Menge ein in ihrer Musik. Manch einem mag das zu viel sein, zu dicht, und Musik für gute Laune ist es auch nicht, aber dennoch ist dies ein Album, in dem man aufgehen kann, wenn man sich auf den Spaß des Getriebes einlässt. Danmi | | www.roteraupe.de |  |  |  | | Dosenmusik Ezine | | Neues vom Electroschrottplatz. Schönen Gruß vom Getriebe ist mit Sicherheit einer der passendsten Albumtitel die je vergeben wurden. Es ist der Name des zweiten Les Trucs Album, dem wunderbaren Duo von Antitainment Sänger Tobi und Charlotte von The Latah Movement. Mit ihren Performanceartigen Live Auftritten haben die zwei sich in den letzten Monaten auch außerhalb des Rhein Main Gebiets einen Namen machen können und so gibt es Schönen Gruß vom Getriebe vie Zeitstrafe auf Vinyl. Les Trucs, das ist feinster Electrodadaismus, ein musikgewordenes Gesamtkunstwerk aus allerlei klangerzeugenden Gerätschaften und Gesang der selber nicht weniger Instrument ist. Der Name der Platte wird zum Programm wenn die zwei in jedem Song Destruktivität aufhäufen um ihm letzten Moment bevor alles zusammenbricht wieder Struktur zu geben. Letztere Aufgabe übernehmen dabei Gamboyartige Melodiefetzen die das Bassgewummer durchdringen und auf einmal wieder eine Richtung zeigen nur um kurz dadrauf wieder völlig verfremdet zu werden. Schönstes Beispiel dafür ist das Stück "Irgendwas mit Space". Wenn dann im letzten Stück der Bass hämmert wie in einer Schmiede scheint es als würde das gesamte Gefährt gleich abheben und sich das Getriebe mit einem letzten Knall verabschieden. Doch das klingt alles viel kopflastliger als die ganze Geschichte eigentlich ist. Dank angesprochenen Spagatkünsten halten extrem ins Tanzbein gehende Rythmen und Melodien die Songs zusammen. So ist Schönen Gruß vom Getriebe ein leider nur 23 minütiges Meisterwerk. Waldi32 | | www.dosenmusik.de |  |  |  |
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